Vor nun fast einem Jahr habe ich meine Auszeit vom Berufsleben begonnen. Ich habe meinen Job gekündigt, meine Wohnung untervermietet, meinen Rucksack gepackt und meine Weltreise gestartet. Ich wollte frei sein von allen Zwängen, die der Arbeitsalltag so mit sich bringt, und einfach genießen. Einen Plan, wie lang die Reise gehen sollte, geschweige denn, was danach kommen würde, hatte ich nicht. Und so lebte es sich acht Monate lang ziemlich gut. Seit März dieses Jahres aber ist alles anders. Corona mag keine Weltreisenden und Weltreisende mögen kein Corona und so hat es mich früher als gedacht nach Deutschland zurück verschlagen. Vorbei war damit nicht nur die Reise, sondern auch die Unbeschwertheit, denn schnell kam die Frage auf, wie es denn nun beruflich für mich weitergehen soll.

Mit dieser Frage beschäftige ich mich nun seit knapp zwei Monaten intensiv. Ich habe einen Ratgeber nach dem anderen gelesen und mich von Menschen, die ihre Berufung gefunden haben, inspirieren lassen. Ich habe in meiner Kindheit nach verborgenen Talenten gesucht, meinen beruflichen Stammbaum auf Muster analysiert, meine Werte und Normen definiert und Schnittpunkte zwischen meinen Fähigkeiten und Leidenschaften erarbeitet. Was bei all dem konkret heraus kam, darüber werde ich in den nächsten Wochen noch berichten. Was bei all dem jedoch nicht herauskam, ist mein Traumjob.

Ich bin von Natur aus ein analytischer Kopf-Mensch. Mit Entscheidungen treffen hatte ich es noch nie besonders und das Abwägen aller Argumente nimmt einen gewaltigen Teil meiner Zeit ein. Und damit auch einen gewaltigen Teil meiner Gedanken. In der Vergangenheit hat dies nicht selten dazu geführt, dass ich mich am Ende für gar nichts entschieden habe und stattdessen so weitergemacht habe wie zuvor. In der aktuellen Situation fühle ich mich dadurch vor allem überfordert, da ich in der Fülle an theoretischen Möglichkeiten nicht die EINE sehe, die zu meiner beruflichen Erfüllung führen könnte.

Letzte Woche habe ich realisiert, dass ich diese EINE Möglichkeit nicht durch Ratgeber, Podcasts und stundenlange Gedanken herausfinden werden. Denn all das führt lediglich dazu, dass ich auf der Stelle stehen bleibe. Was ich tun muss, ist losgehen. Einen der vielen möglichen Wege einschlagen und schauen, was mir entlang dieses Weges begegnet. „Viele Wege führen nach Rom“, die Redewendung kennt wohl jeder. Ich glaube, dass sie auch auf die Suche nach der beruflichen Erfüllung zutrifft. Das Ergebnis oder „Rom“ sieht in diesem Fall vielleicht nicht immer gleich aus, aber das Wichtigste ist doch, dass ich ankomme. Und sollte ich auf dem Weg merken, dass ich mich verlaufen habe, dann kann ich jederzeit umdrehen und all das, was ich währenddessen gelernt habe, auf dem neuen Weg nutzen.

Schon seit längerem war bei mir der Wunsch da, wieder einen Blog zu starten, aber ich hatte keine Idee für ein Thema, bei dem ich das Gefühl hatte, etwas zu sagen zu haben. Den entscheidenden Impuls bekam ich letzte Woche durch das Buch „MINDFUCK Job“ von Petra Bock. Es lehrt, Fragestellungen ohne innere Blockaden und aus einer erwachsenen, produktiven und effektiven Sichtweise zu betrachten und ich kann es jedem wärmstens ans Herz legen. Und auf einmal war mir klar, ohne großes Grübeln, dass ich einen Blog über meinen Weg zum Traumjob schreiben werde. Und es erschien mir im gleichen Moment so naheliegend, dass ich mich fragte, warum zur Hölle ich darauf nicht schon früher gekommen bin. Das war wohl der besagte Wald, den ich vor lauter Bäumen nicht gesehen hatte.

Dieser Blog ist also mein erster Schritt, was als Nächstes kommt weiß ich nicht. Ich bin neugierig, wo lang der Weg führt und ich freue mich, euch mit auf diesen Weg zu nehmen. Am Anfang jeder Veränderung steht das Tun. Und dafür ist es nie zu spät. Mach auch du einen ersten Schritt auf dem Weg zu deinem „Rom“ 🙂